Ulrike Serak – Deine Lehrerin
Ulrike leitet unser Dojo mit einer seltenen Kombination: technischer Meisterschaft gepaart mit der Geduld, Anfänger:innen dort abzuholen, wo sie stehen. Ihre Schüler:innen schätzen besonders, wie sie komplexe Bewegungen in einfache Schritte übersetzt – und dabei nie den philosophischen Kern des Aikido aus den Augen verliert.
Seit 1998 ist das Dojo am Gleisdreieck ihr Lebenswerk. Hier teilt sie nicht nur ihr Wissen, sondern vor allem ihre Überzeugung: Aikido ist ein Weg, der uns im Alltag verändert.
Was ihre Qualifikation für dich bedeutet
Ulrike trägt den 7. Dan Aikikai – damit ist sie die am höchsten graduierte Frau in Deutschland. 2022 ernannte sie den Aikikai zum Shihan der Aikido-Föderation Deutschland e.V.. Weltweit gibt es nur wenige Frauen mit dieser Anerkennung.
Aber was heißt das konkret für dich?
Du trainierst bei jemandem, der Aikido nicht nur unterrichtet, sondern lebt. Ulrike hat über 45 Jahre Trainingserfahrung und steht in direkter Linie zu den großen Meistern des Aikido. Gleichzeitig begegnet sie dir auf Augenhöhe – egal ob du zum ersten Mal die Matte betrittst oder schon Jahre trainierst.
Ihre Lehrberechtigung kommt direkt vom Aikikai Hombu Dojo in Tokio, der Quelle des Aikido. Christian Tissier Shihan, einer der bedeutendsten Aikido-Lehrer Europas, empfahl sie persönlich für ihre Graduierungen. Bei ihm bildet sie sich seit über 30 Jahren fort und lädt ihn regelmäßig zu Seminaren nach Berlin ein.
Vom Tanz zum Aikido – ein ungewöhnlicher Weg
Ulrikes Weg begann nicht auf der Aikido-Matte, sondern im Bewegungstheater. Nach ihrem Studium der Sportwissenschaften mit Schwerpunkt Tanz und Bewegung entdeckte sie das Aikido – und erkannte sofort die Verbindung.
In beiden geht es um Fluss, um Timing, um den Dialog zwischen Körper und Raum. Diese Perspektive prägt bis heute ihren Unterricht: Aikido als Bewegungskunst, die du mit deinem ganzen Körper verstehst, nicht nur mit dem Kopf.
Von 1979 bis 1984 trainierte sie bei Katsuaki Asai Shihan, dem damaligen Vertreter des Aikikai in Deutschland. Danach folgten acht Jahre tägliches Training bei Gerd Walter Shihan in Berlin. 1992 – nach 13 Jahren intensiver Praxis – gründete sie ihr erstes Dojo. Sechs Jahre später, 1998, entstand das Aikido-Dojo am Gleisdreieck in den Räumen am Tempelhofer Ufer 36 in Berlin-Kreuzberg.
Die Lehrer, die sie prägten
Von allen Meistern, bei denen Ulrike trainierte, hinterließ Seigo Yamaguchi Shihan den tiefsten Eindruck. Bei ihm lernte sie während ihres ersten Japanaufenthalts 1993. Yamaguchi-Senseis Aikido war fließend, fast unsichtbar – und wirkte gerade deshalb so kraftvoll.
Um diesem Verständnis näherzukommen, begann sie bei Christian Tissier Shihan zu trainieren, Yamaguchis engstem Schüler in Europa. Seit 1993 besucht sie regelmäßig seine Lehrgänge. „Heute habe ich oft das Gefühl, dass sich für mich eine Lücke schließt“, sagt sie. „Zu dem, was ich Jahre vorher bei Yamaguchi-Sensei geübt habe, ohne es damals wirklich verdauen zu können.“
Diese Geduld mit dem eigenen Prozess ist etwas, das du auch im Training mit ihr erlebst. Nicht alles muss sofort verstanden werden. Manche Erkenntnisse brauchen Zeit – und genau diese Zeit bekommst du.
Der Zen-Aspekt: Was das im Training bedeutet
Seit ihrem 30. Lebensjahr praktiziert Ulrike Zen-Meditation. Über 10 Jahre lang verbrachte sie immer wieder mehrere Wochen im japanischen Kloster Hosshinji, teilte den Alltag der Mönche und Nonnen und nahm an Sesshin teil.
Aber keine Sorge – du musst nicht meditieren um bei uns zu trainieren. Der Zen-Aspekt zeigt sich anders:
Im Training bedeutet er: den Geist von seinen eigenen Konzepten befreien und nirgendwo anhalten lassen.
Das heißt nicht, sich besonders stark zu konzentrieren. Im Gegenteil. Es geht darum, wach und offen zu bleiben – ohne an einer Idee festzuhalten, wie die Technik eigentlich sein sollte.
Wenn du deinen Geist nicht festhältst, kann er sich frei bewegen. Du nimmst wahr, was gerade geschieht: die Bewegung deiner Trainingspartner:in, deinen eigenen Körper, den Raum um dich herum. Mit der Zeit entwickelst du ein Gespür dafür, das tiefer geht als jede Technik.
Genau das macht Aikido so wertvoll für den Alltag. Du lernst, präsent zu sein, ohne dich zu verkrampfen. Offen zu bleiben, ohne die Orientierung zu verlieren.
Aikido als Lebenswerk
1999 war Ulrike Mitgründerin der Aikido-Föderation Deutschland e.V., einem Zusammenschluss unabhängiger Dojos und Aikido-Trainingsgemeinschaften. Ihr Engagement geht über die Matte hinaus: Sie setzt sich für einen respektvollen, gleichberechtigten Umgang im Aikido ein – frei von starren Hierarchien.
Aikido-Kurzbiographie
- 2026 – Verleihung des 7. Dan Aikikai durch Moriteru Ueshiba Doshu (Empfehlung durch Christian Tissier Shihan)
- 2022 – Ernennung zum Shihan durch die Aikikai Foundation
- 2013 – 6. Dan Aikikai (Empfehlung durch Christian Tissier Shihan)
- 2007 – 5. Dan Aikikai (Empfehlung durch Christian Tissier Shihan)
- 2000 – 4. Dan Aikikai (Prüfung durch Christian Tissier Shihan)
- 1999 – Mitgründung der Aikido-Föderation Deutschland e. V.
- 1998 – Gründung des Aikido-Dojo am Gleisdreieck Berlin
- 1993 – Japanreise: Aikido-Training unter Yamaguchi Shihan im Hombu-Dojo und zwei Monate Zen-Praxis unter Harada Roshi im Zen-Kloster Hosshinji
- 1992 – Gründung ihres ersten Dojos in Berlin-Wilmersdorf als hauptberufliche Aikido-Lehrerin
- 1985–1992 – Aikido-Unterricht im Frauenselbstverteidigungszentrum Berlin e. V.
- 1984 – 1. Dan Aikikai (Prüfung durch Katsuaki Asai Shihan)
- 1983 – Beginn der Zen-Praxis unter Harada Sekkei Roshi
- 1979 – Beginn der Aikido-Praxis unter Katsuaki Asai Shihan in Düsseldorf








