Philosophie und Geschichte des Aikido

Aikido ist eine traditionelle Kampfkunst (Budo) und dennoch absolut zeitgemäß. Das Grundprinzip ist, dass es keinen Gewinner geben kann, wenn ein Anderer Schaden nimmt. Aikido ist somit keine Methode des Kämpfens sondern ein Weg, den Kampf zu beenden. Durch regelmäßiges Training verinnerlichen wir Prinzipien wie Integrität, Präsenz und Empathie.

Aikido - Ein Weg den Kampf zu beenden

Meditation zu beginn des Aikido Unterrichts

Aikido ist traditionelles Budo und dennoch absolut zeitgemäß. Sein Grundprinzip ist, dass es keinen Gewinner geben kann, wenn ein Anderer Schaden nimmt. Man entwickelt seine Fähigkeiten nicht um einen Gegner zu besiegen, sondern um Angreifer und Verteidiger in Harmonie zu bringen. Aikido ist somit kein Weg des Kampfes, sondern ein Weg den Kampf zu beenden. Es geht um die Verwirklichung von Prinzipien wie Integrität, Präsenz und Empathie.

Dies ist ein hoher Anspruch, doch Aikido ist nur oberflächlich betrachtet eine Methode der Selbstverteidigung. Schaut man tiefer, ist es ein Mittel zur Selbsterkenntnis und zu persönlichem Wachstum. Nur wenn wir uns selbst gut kennen, sind wir in der Lage, unsere physischen und mentalen Kräfte miteinander zu vereinen. Durch regelmäßiges Training wird die Wahrnehmung geschärft, der Körper flexibel und kraftvoll. Mit der Zeit entwickelt man die Fähigkeit in jeder Situation zentriert und handlungsfähig zu bleiben.

Übung und Ergebnis sind eins


Die Verwirklichung der Aikido-Prinzipien ist zugleich Weg und Ergebnis unseres Übens. Das bedeutet, dass wir Aikido nicht als Mittel zum Zweck betrachten, um ein in der Zukunft liegendes Ziel zu erreichen, sondern dass wir diese Prinzipien in jedem Moment unseres Übens zu verwirklichen suchen. Weg und Ergebnis dürfen nicht als zeitlich getrennt voneinander verstanden werden.

Im Zen sagt man: “Übung und Erleuchtung sind eins.” Das bedeutet, man kann jederzeit und immer nur „jetzt“ im Ergebnis sein. Die Übung ist kein Mittel um „besser“ zu werden als man es jetzt gerade ist.
Wozu also Üben, wenn es nichts zu erreichen gibt? – Eben weil es so schwer ist, mit allen Sinnen im “Jetzt” zu verweilen.

Ein Beispiel: Bei der Ausführung einer Aikido-Technik spüre ich, dass meine Bewegung eckig, hart und überhaupt nicht harmonisch ist. Ich beobachte mich selbst und bin unzufrieden. Vielleicht zerre ich an meinem Partner herum oder er an mir, viel lieber würde ich mit jemand anderem üben.
Dieser innere Konflikt ist eine guter Ausgangspunkt, um mit der Übung zu beginnen. Denn womit ich gerade Bekanntschaft gemacht habe, ist die permanente Einmischung meines Ego, in Wirklichkeit das Einzige, was mich hindert, in Einklang mit mir und meinem Partner zu sein.

Warum beginnt man mit dem Aikido?

Informationen für Aikido Einsteiger

Es gibt ganz unterschiedliche Gründe mit Aikido zu beginnen. Interesse an Kampfkunst, an Selbstverteidigung, an der Aikido – Philosophie, die Empfehlung von Freunden oder einfach die Lust, sich mal wieder zu bewegen. Das Problem ist nicht die Motivation, sondern dass man oft zu lange zögert, die Idee in die Tat umzusetzen.

Egal mit welcher Vorstellung man kommt, ist der erste Schritt getan, ergibt sich alles andere von selbst. Der Grund, aus dem man begonnen hat, ist in der Regel schon bald vergessen. Nach 3, 10 oder 20 Jahren wird man sehr unterschiedliche Dinge für sich im Aikido entdecken. Mit der Folge, dass es tausend Gründe gibt weiterzumachen oder man keinen Grund mehr braucht.

Das Grundlagentraining in den Basis Stunden


Der Fokus im Basis-Training liegt auf der Fallschule, Atem- und Beweglichkeitsübungen, sowie den Grundtechniken des Aikido. Die Prinzipien und Wirkungsweisen der Übungen werden ausführlich erklärt. Basisstunden gibt es an fünf Tagen in der Woche und Neueinsteiger können jederzeit auch ohne Vorkenntnisse an einem Probetraining teilnehmen. Für die Probestunde reicht bequeme Sportkleidung, vorzugsweise mit einer langen Trainingshose aus. #Berlin Aikido Training

Weiteren Fragen beantworten wir gerne auch persönlich. 0177 5544216 oder 0176 47785186

Ursprung des Aikido

AIKIDŌ (合氣道)


Aikido ist eine moderne japanische Kampfkunst, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts von Ueshiba Morihei (植芝 盛平; 1883-1969) auf der Basis verschiedener klassischer Kampfsysteme der Samurai entwickelt wurde. Sein Anspruch war es, mit Aikidō einen Weg zur Persönlichkeitsentwicklung zu schaffen und nicht einfach eine weitere Methode der Selbstverteidigung oder Kriegskunst. Er folgte dabei dem Leitspruch „Masakatsu Agatsu“ (正勝吾勝) – „Ein wirklicher Sieg ist der Sieg über sich selbst“.
Für Ueshiba Sensei lag das Ziel im Kampfkunsttraining nicht darin, andere zu besiegen. Aikidō sollte eine Methode sein, um sich selbst zu vervollkommnen.

Ueshiba Morihei – Begründer des Aikido


Meister Ueshiba wurde 1883 in Tanabe, einem kleinen Küstenstädtchen in Südjapan geboren. Bereits seit seiner Kindheit setzte sich Ueshiba mit den japanischen Kampfkünsten auseinander, unter anderem Sumō, diversen Jūjutsu-Stilen sowie Schwert- und Speerkampf. Am stärksten beeinflusste ihn dabei das Daitō-ryū Aiki-jūjutsu, welches er ab 1915 bei Takeda Sōkaku studierte. Die meisten unbewaffneten Techniken des Aikidō lassen sich von diesem Stil ableiten. Darüber hinaus waren der Yagyū-Shinkage-Stil und der Kashima-Shintō-Stil des Schwertkampfes prägend für seine Waffentechniken.

Neben dem Studium der japanischen Kampfkünste beschäftigte sich Ueshiba Morihei auch intensiv mit religiösen und spirituellen Praktiken. Seine spirituelle Suche hatte einen großen Einfluss auf die Entwicklung des Aikidō hin zu einer pazifistischen Kampfkunst. Er kam schließlich zu der Einsicht, dass die Quelle für Stärke die Liebe ist und er entwickelte die Vision einer Kampfkunst, in der man darauf verzichtet den „Angreifer“ besiegen zu wollen.

Vom Aiki Budo zum Aikido


In den 1920ern begann er zu unterrichten, bezeichnete seinen Stil aber erst mit dem Namen Aiki Bujutsu, später mit Aiki Budō. Bis zu seinem Tod hörte er jedoch nicht auf, seine Kampfkunst weiterzuentwickeln. Ende der 1920er Jahre gelang es ihm durch die Unterstützung einflussreicher Persönlichkeiten der japanischen Gesellschaft, seinen Kampfstil nicht nur in Tōkyō, sondern auch in ganz Japan zu verbreiten.

Als Ueshiba während des II. Weltkriegs erkannte, dass die japanischen Kampfkünste immer mehr für militärische Zwecke missbraucht wurden, zog er sich aufs Land nach Iwama, nordöstlich von Tōkyō, zurück. Dies ist auch die Zeit, in der sich der Name Aikidō für seine besondere Kampfkunst durchsetzte. Dort arbeitete er an der Integration verschiedener Waffentechniken und der Weiterentwicklung seines Systems zu einer Kampfkunst, die durch die Überwindung von Gewalt und Aggression die Verbreitung von Frieden und Harmonie in der Gesellschaft verfolgte.

Bilder aus dem Training über die Jahre.